12-teiliges Mokkaservice, Otto Prutscher, Ernst Wahliss Wien, um 1910, signiert
am Boden signiert mit „Entw. Prof. Otto Prutscher“ und markiert mit dem Firmenstempel (Krone)
Lit.: Claas Duit (Hg.), Otto Prutscher 1880-1949 Architekt und Designer zwischen Tradition und Moderne, Birkhäuser Basel, 2020, S.228
Der hohe künstlerische Anspruch Otto Prutschers an seine eigenen Entwürfe zeigt sich besonders repräsentativ an diesem Mokkaservice. Das exzellent erhaltene Service, bestehend aus zwölf Tassen, einer großen Kanne sowie einem kleinen Milchkännchen, ist ein Paradebeispiel für den Ideenreichtum des Architekten und Designers in Bezug auf die Gestaltung des Dekors, der Form und der Farbgebung.
Seine künstlerische Vision – die Betonung der Form mithilfe des Dekors – geht auch hier Hand in Hand mit einem gelungenen Spiel aus Vertikal- und Horizontalstreifen in Verbindung mit ornamentalen Motiven. Die Form „Calais“, welche bereits in der alten Wiener Porzellanmanufaktur besonders beliebt war, erlebte durch Prutschers ästhetischen Dekorentwurf in strahlendem Gold eine Renaissance. Der augenscheinliche Qualitätsanspruch dieses seltenen Service wird neben Otto Prutschers Signatur auch durch jene der renommierten Porzellanmanufaktur Ernst Wahliss besiegelt. Darüber hinaus wurde das Mokkaservice im Jahr 1916 auf der Stockholmer Kunst- und Modeausstellung präsentiert.
Kaffeekanne H 16 cm · B 15,5 cm · T 10,5 cm
Milchkanne H 11 cm · B 8,5 cm · T 6 cm
Tasse H 4,5 cm · D 4,5 cm
12-teilig
Der Wiener Architekt und Kunstgewerbetreibender Otto Prutscher (Wien 1880 – 1949 Wien) gilt als wichtiger Vertreter des österreichischen Jugendstils. Als Schüler von Josef Hoffmann und Franz Matsch zeichnete er sich für viele Entwürfe der Wiener Werkstätte und Wiener Wohnhausanlagen verantwortlich. Er war nicht nur als Entwerfer aktiv, sondern auch als Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Wien. War sein Stil anfangs noch deutlich von den Arbeiten Hoffmanns beeinflusst, erkennt man bereits ab 1906 eine deutliche stilistische Eigenständigkeit. Zwischen 1906 und 1915 entstehen wundervoll reduzierte Arbeiten ganz im Sinne des Gesamtkunstwerkes des österreichischen Jugendstils. Dabei sind besonders die Arbeiten der Kunstschau 1908 und der Werkbundausstellung 1914 hervorzuheben. Ab 1915 wird der Einfluss von Prutschers Kollegen Dagobert Peche in seinen Arbeiten deutlich. Sein Stil wird moderner und floraler, aber nicht so filigran wie die Arbeiten von Peche. Otto Prutscher verliert nie seine Eigenständigkeit und Inspiration. Auch die Glasarbeiten von 1908 bis 1916 verdienen hier eine gesonderte Erwähnung. Seine Wein- und Likörgläser aus dieser Zeit sind heute bei Sammlern auf der ganzen Welt äußerst gefragt.
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