Vase, Paul Dachsel zug., Amphora-Werke Riessner, Stellmacher & Kessel, um 1907-10
Dagobert Peche (St. Michael im Lungau 1887 – 1923 Wien) war ein vielseitiger Künstler, dessen Name hauptsächlich mit der ornamentalen Phase der Wiener Werkstätte ab dem Jahr 1915 in Verbindung gebracht wird.
Peche wurde 1887 in St. Michael im Lungau geboren und studierte von 1906 bis 1911 in Wien an der Technischen Universität und an der Akademie der Bildenden Künste. Als wichtiger Mentor erwies sich in Folge der Herausgeber Alexander Koch, der sehr früh Peches Begabung als Ornamentiker erkannte und ihm Veröffentlichungen in seiner Zeitschrift „Kunst und Dekoration“ ermöglichte.
Peche hatte schon seit 1911 für die Wiener Werkstätte gearbeitet und textile Entwürfe beigesteuert. 1915 wurde er von Josef Hoffmann offiziell zur künstlerischen Mitarbeit in der WW herangezogen. Dort wurde er dank seiner unerschöpflichen Fantasie zu einem der wichtigsten Impulsgeber für alle Bereiche des Kunsthandwerks. Viele Arbeiten der Wiener Werkstätte wären ohne seinen Einfluss wohl nicht denkbar. 1917 bis 1919 leitete er die Züricher Filiale der Wiener Werkstätte und kehrte 1920 nach der Schließung derselben in die Unternehmenszentrale nach Wien zurück.
Peche lieferte Entwürfe für Tapeten sowie Stoffdesign und gestaltete Objekte in allen Sparten der Wiener Werkstätte, ob Möbel, Goldschmiedekunst, Elfenbeinschnitzerei, Spiegelrahmen oder Metallwaren. Ein Merkmal Peches ist der verspielte ornamentale Reichtum, der die jeweiligen Objekte ihres Zwecks zu entheben scheint. Entgegen der strengen Linienführung von J. Hoffmann und K. Moser in den Anfängen der Wiener Werkstätte, zeichnet sich die zweite Dekade unter dem Einfluss Peches durch verspielt-fantasievolle und florale Ornamentik aus.
Das Design-Genie Dagobert Peche starb 1923, kaum 36-jährig, in Wien.
Die „Amphora-Werke k.k. priv. Keramische Werke Rießner, Stellmacher & Kessel“ wurde 1892 von Hans und Carl Rießner, Eduard Stellmacher und Rudolf Kessel in Turn-Teplitz gegründet. Das Österreich-Ungarische Unternehmen stellte hochqualitatives Kunsthandwerk aus Keramik her und zählt zu den bekanntesten Manufakturen des Jugendstils. Bald nach seiner Gründung beschäftigte das Unternehmen 300 Personen und exportierte seine gefragten Erzeugnisse in die ganze Welt. Neben eher kommerziellen Produkten wurden für Weltausstellungen und andere internationale Kunstmessen aufwändigere Objekte geschaffen. Zu diesen teils monumentalen Ausstellungstücken zählen Vasen mit grotesken Tierwesen wie Drachen und Seeungeheuer, inspiriert von japanischen Holzschnitten, sowie Gefäßen mit Maiden und zarten Frauengestalten in allegorischen Ausführungen. Der hohe Qualitätsanspruch der Gründungsmitglieder brachte das sogenannte „Elfenbein-Porzellan“ hervor, eine glasierte dünnwandige Art der Keramik, welche oft mit Gold, Kaltemailmalerei und Schmucksteinen aufgewertet wurde. Schon damals gewann die Firma mit dieser Technik und der aufwändigen Oberflächengestaltung hohe Auszeichnungen, unter anderem vier „Grand Prix“ auf verschiedenen Weltausstellungen. Heute sind außergewöhnliche Exemplare in den berühmten Jugendstil Museen wie dem Badisches Landesmuseum, Karlsruhe und dem Bröhan-Museum, Berlin vertreten.
Mit dem Versenden des Anfrageformulars akzeptieren Sie die Verwendung Ihrer Daten für diese Anfrage. Datenschutzrichtlinien
Montag bis Freitag: 11:00 – 19:00
Samstag: 11:00 – 16:00
Und nach Vereinbarung
Telefon: +43 1 513 32 69
E-Mail: info@floriankolhammer.com
Montag bis Freitag: 11:00 – 19:00
Samstag: 11:00 – 16:00