Vase Allegorie Preußen, Entwurf und Bemalung Nikolaus Kannhäuser, Amphora-Werke Riessner, Stellmacher & Kessel Turn-Teplitz, um 1900, Keramik, markiert
Lit.: Vgl. Richard L. Scott (Hg.), Ceramics from the House of Amphora 1890-1915, Sidney/Ohio 2004, S. 92.
markiert mit „NK“, Marke „TURN TEPLITZ BOHEMIA RStK“, “AMPHORA”, 525
Diese entzückende Amphora Vase verzaubert durch ihren beeindruckenden Detailreichtum und der Qualität des ausgeführten Entwurfs. Es überrascht daher nicht, dass sowohl hinter dem Design als auch der Bemalung der talentierte Künstler Nikolaus Kannhäuser steckt, welcher 1897 zum Chefmaler der Manufaktur ernannt wurde. Die persönliche Signatur Kannhäusers auf dem Boden dieses filigranen Meisterwerks verdeutlicht auch den kunstgeschichtlichen Wert dieser Vase.
Dieses mehransichtig gestaltete und exquisit erhaltene Kunstobjekt präsentiert im Vordergrund das idealisierte Profil einer jungen Frau. Sie trägt einen Helm, geschmückt mit einem germanischen Adlerkopf, welcher die Protagonistin als die Allegorie Preußens zu erkennen gibt. Kannhäusers künstlerische Handschrift erfreut das Auge mit zahlreichen Details in goldener Farbe, sei es durch verspielte Ornamentlinien, zarte Reliefkonturen oder großflächige Akzente in matter Ausführung. Im Hintergrund wird ein mystischer Wald aus belaubten Bäumen dargestellt – eine Szenerie, die sehr typisch für diese Serie von Portrait Vasen ist. Der künstlerisch gelungene Einsatz unterschiedlicher Intensitätsstufen der Farben verleiht dieser Waldszene im Kontrast zur plakativ gestalteten Protagonistin zusätzliche Raumtiefe.
Die „Amphora-Werke k.k. priv. Keramische Werke Rießner, Stellmacher & Kessel“ wurde 1892 von Hans und Carl Rießner, Eduard Stellmacher und Rudolf Kessel in Turn-Teplitz gegründet. Das Österreich-Ungarische Unternehmen stellte hochqualitatives Kunsthandwerk aus Keramik her und zählt zu den bekanntesten Manufakturen des Jugendstils. Bald nach seiner Gründung beschäftigte das Unternehmen 300 Personen und exportierte seine gefragten Erzeugnisse in die ganze Welt. Neben eher kommerziellen Produkten wurden für Weltausstellungen und andere internationale Kunstmessen aufwändigere Objekte geschaffen. Zu diesen teils monumentalen Ausstellungstücken zählen Vasen mit grotesken Tierwesen wie Drachen und Seeungeheuer, inspiriert von japanischen Holzschnitten, sowie Gefäßen mit Maiden und zarten Frauengestalten in allegorischen Ausführungen. Der hohe Qualitätsanspruch der Gründungsmitglieder brachte das sogenannte „Elfenbein-Porzellan“ hervor, eine glasierte dünnwandige Art der Keramik, welche oft mit Gold, Kaltemailmalerei und Schmucksteinen aufgewertet wurde. Schon damals gewann die Firma mit dieser Technik und der aufwändigen Oberflächengestaltung hohe Auszeichnungen, unter anderem vier „Grand Prix“ auf verschiedenen Weltausstellungen. Heute sind außergewöhnliche Exemplare in den berühmten Jugendstil Museen wie dem Badisches Landesmuseum, Karlsruhe und dem Bröhan-Museum, Berlin vertreten.
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