Drei Stühle Joseph Maria Olbrich für Villa Bahr um 1900

SKU 1154 & 1162 , ,

Drei Stühle, Joseph Maria Olbrich (Entwurf) für Villa Bahr, Karl/Carl Bamberger (Ausführung), um 1900/01

  • Höhe: 93.5cm
  • Länge: 46.5cm
  • Breite: 42.5cm
  • Datierung: 1900 bis 1901
    Epoche: Art Nouveau und Jugendstil
    Technik: Kirsche massiv, Messing

    Ausstellung: Biennale di Venezia, 1984 (1 Exemplar, Leihgeber: Otto Schenk)
    Lit.: Das Interieur, Band 2, 1901, S. 24, 25, 29 & 164 / Le arti a Vienna – Dalla secessione alla caduta dell’impero Asburgico, Milano, Marotta Edizioni la Biennale, 1984, S. 404

    Bei diesen Objekten handelt es sich um eine Kooperation zwischen GALERIE TRAUDES KINDER & FLORIAN KOLHAMMER – art since the turn of the 20th century.

    Preis auf Anfrage
    SKU 1154 & 1162 , ,
    Beschreibung

    Die drei Stühle stammen aus dem Speisezimmer der Villa des Schriftstellers und Kulturtheoretikers Hermann Bahr in der Winzenzstraße 22 in Wien, Hietzing. Sie wurden 1900/1901 nach einem Entwurf von Joseph Maria Olbrich von der Wiener Möbelmanufaktur Carl/Karl Bamberger in massivem Kirschholz ausgeführt. Ursprünglich umfasste die Garnitur mindestens fünf, möglicherweise bis zu acht Exemplare. Die erhaltenen Stücke zählen zu den seltenen Möbeln aus Olbrichs kurzer Wiener Schaffensphase und sind bedeutende Zeugnisse der frühen Wiener Moderne.

    Joseph Maria Olbrich (1867–1908) gehörte zu den prägenden Gründungsfiguren der Wiener Secession. Mit dem 1898 errichteten Secessionsgebäude schuf er eines der eindrucksvollsten Manifeste moderner Architektur und gab dem künstlerischen Aufbruch um 1900 eine bis heute ikonische Gestalt. Da Olbrich bereits 1899/1900 nach Darmstadt berufen wurde, sind seine in Wien entstandenen Möbelentwürfe außergewöhnlich selten.

    Auftraggeber war Hermann Bahr (1863–1934), eine zentrale Figur der Wiener Literatur- und Kulturszene um 1900. Als Wortführer von Jung-Wien, kultureller Vermittler und enger Begleiter der Secession prägte er den geistigen Austausch der Zeit entscheidend mit. Seine Villa entwickelte sich zwischen 1900 und 1912 zu einem wichtigen Treffpunkt der Avantgarde; zu seinen Gästen zählten unter anderem Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Gustav Klimt, Otto Wagner, Richard Strauss und Gustav Mahler.

    Die Möbel begleiteten Bahr sehr wahrscheinlich auf späteren Stationen, unter anderem nach Salzburg in das Piano Nobile von Schloss Arenberg. Die jüngere Provenienz führt zu Otto Schenk, der nicht nur als Regisseur, Schauspieler und Intendant internationale Bedeutung erlangte, sondern auch als engagierter Sammler von Kunst und Design der Wiener Moderne hervortrat.

    Einer der drei Stühle wurde 1984 im Rahmen der Ausstellung Le arti a Vienna – Dalla secessione alla caduta dell’impero Asburgico auf der Biennale in Venedig gezeigt; Otto Schenk diente dabei als Leihgeber. Zwei originale Eintrittskarten dieser Ausstellung sind erhalten und im Preis dieses Sessels inbegriffen.

    Die drei Stühle bilden ein äußerst seltenes Ensemble aus einem der bedeutenden Interieurs der Wiener Moderne – und zugleich ein wichtiges Dokument von Olbrichs unmittelbarem Wirken im Zentrum der Wiener Secession.

    Drei Stühle Joseph Maria Olbrich für Villa Bahr um 1900

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