Sechs Stühle, Josef Hoffmann, Wien, um 1900
Bib.: Das Interieur, Jahrgang I, 1900, S. 147.
Dieser Satz von sechs Stühlen, nach einem Entwurf von Josef Hoffmann, verbindet seine charakteristisch architektonische Klarheit mit einem subtilen floralen Detail.
Die hohen, schlanken Rückenlehnen werden von einem fein geschnitzten Motiv akzentuiert, das an eine stilisierte Tulpe erinnert – ein schönes Beispiel dafür, wie Hoffmann natürliche Formen auf ein beinahe geometrisches Ornament reduzierte. Die aus gebeizter Eiche gefertigten Stühle wurden sorgfältig restauriert und neu mit dunkelbraunem Leder bezogen. Dadurch treten sowohl ihre eleganten Proportionen als auch ihre prägnante grafische Wirkung besonders deutlich hervor.
Josef Hoffmann (Pirnitz 1870– 1956 Wien), Mitbegründer der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte, war ein äußerst produktiver und vielfältiger Architekt und Entwerfer. Er hat im Laufe seiner Karriere mit diversen Formen, Techniken und Materialien experimentiert. Er erzielte in seinen Entwürfen eine starke Reduktion der Form auf das Essentielle und war Wegbereiter des geometrischen Jugendstiles. So entstand sein charakteristischer, geometrischer Stil. Der Umfang seiner Entwürfe geht von Gebäuden über gesamten Inneneinrichtungen, gemäß dem Konzept des Gesamtkunstwerks, bis hin zu kleinen Detailstücken des Alltags. Eines seiner wesentlichsten Werke ist das Palais Stoclet in Brüssel, ein Gesamtkunstwerk welches er unter anderem in Zusammenarbeit mit Gustav Klimt und Koloman Moser für einen wohlhabende Unternehmer zwischen 1905 und 1911 ausgeführte.
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